Skip to main content

Schnell noch ein belegtes Brötchen, einen Kaffee oder eine heiße Pommes, bevor es wieder auf die Straße geht. Imbisse bzw. Schnellrestaurants gibt es in Deutschland schon länger und die werden aufgrund der Nachfrage so schnell auch nicht wieder verschwinden. Aber wie sieht es an den Autobahnen aus?

Wie kannst du einen Imbiss an der Autobahn eröffnen? Du solltest dich zunächst fragen, ob du dich für einen mobilen Imbisswagen oder eine klassische Autobahnraststätte entscheiden willst.  Während der Imbisswagen die Gewinne hauptsächlich seiner Standortunabhängigkeit zu verdanken hat, bieten klassische Autobahnraststätten neben einem Restaurant auch andere attraktive Anlaufstellen. Dazu gehören beispielsweise Toiletten oder auch zusätzliche Ladestationen für E-Autos usw.

Imbisswagen an der Autobahn

Die erste Möglichkeit, an der Autobahn für das leibliche Wohl zu sorgen, ist einen Imbisswagen oder einen Foodtruck anzubieten.

Foodtrucks haben sich heutzutage als funktionierende Start-up Strategie etabliert. Insbesondere für Neugründer eignet sich dieser mobile Imbissstand hervorragend.

Im Folgenden gehen wir etwas näher auf die Vor- und Nachteile dieser Variante ein.

Standortunabhängig

Der größte Vorteil eines Foodtrucks ist seine Standortunabhängigkeit. Wenn das Geschäft an einer Autobahn nicht gut läuft, könntest du theoretisch einen anderen Parkplatz anfahren und dort dein Glück probieren.

Ein kleiner Trick: Du kannst versuchen, in der Nähe von Baustellen deinen Imbiss aufzustellen. Wenn Menschen in einem Stau stehen, könnten sie gleich bei dir halten, rasten und so lange warten, bis der Verkehr wieder flüssig läuft.

Darüber hinaus bist du nicht an die Autobahn gebunden: Es ist wirtschaftlich lohnend, in die nächstgelegene Stadt zu fahren, wenn etwa große Kulturveranstaltungen stattfinden, die du nutzen kannst, um deine Zielgruppe anzuvisieren.

Imbiss Autobahn eröffnen

Budget und Kosten

Als Neugründer steht einem häufig nicht viel Kapital zur Verfügung. Daher bietet sich ein Foodtruck als finanziell bessere Alternative an. Du kannst dich auch dazu entscheiden, einen gebrauchten Truck von einem z. B. pensionierten Vorinhaber zu kaufen.

Die durchschnittlichen Kosten für einen Foodtruck liegen zwischen 13.000 und 90.000 €, unabhängig davon, ob du dich an die Autobahn stellst oder auf einem Festival einen Stand aufmacht.

Hier eine Liste, mit den Kosten, die auf dich zukommen:

●     Leasing oder Kauf eines Trucks

●     Eine zuverlässige Internetverbindung

●     Das Erfüllen lokaler Gesundheitsvorschriften und der Erwerb von Lizenzen

●     Entwurf plus Aktualisierung einer persönlichen Webseite

●     Design des Trucks, um ansprechend zu wirken

●     Mögliche Anwaltskosten für die Beratung bei Rechtsfragen

Modernes Kassensystem

Ein wichtiger Kostenfaktor ist dein Kassensystem. Spare hier nicht am falschen Ende. Moderne Kassenlösungen helfen dir dabei, wirtschaftliche Herausforderungen besser anzugehen und deine Umsatzentwicklung genau im Griff zu haben.

Bedenke, dass du in deinem Imbiss nicht viel Platz hast. Dein neues Kassensystem sollte daher klein und kompakt sein. Darüber hinaus darf es auch gerne ein paar Fettspritzer vertragen.

Tipp: Du benötigst ein modernes Kassensystem für deinen Imbiss? Dann schaue bei uns auf helloGast vorbei. Wir bieten dir moderne Kassenlösungen, die allen heutigen Rechtsvorschriften entsprechen.

Standortgebundene Autobahnraststätten

Neben einem Imbiss Truck kannst du dich auch für eine klassische Autobahnraststätte entscheiden. Deine Geschäftsidee sollte dann aber noch mehr abdecken als das leibliche Wohl.

Hier einige Beispiele:

●     Großzügiges Gastronomieangebot, das alle Geschmäcker bedient

●     Tankstelle mit Elektroladestationen

●     Große Parkplätze für Pkw und Lkw

●     Eventuelle Spielotheken

●     Shoppingmöglichkeiten

Persönliche Voraussetzung für die Gründung einer Autobahnraststätte

Als Gründer solltest du eine ordentliche Portion Leidenschaft und Charisma mitbringen.  Während du mit einem Foodtruck auch gut allein zurechtkommst, geht es bei einer Autobahnraststätte nicht ohne Team. Insofern benötigst du allgemein ein gutes Maß an Einsatzbereitschaft und die Vorliebe, in einer großen Gruppe arbeiten zu wollen.

Rechne hier mit rund 5–25 Mitarbeitern. Vorkenntnisse in der kaufmännischen Branche aus vorangegangenen Ausbildungen oder eine allgemeine Arbeitserfahrung in diesem Bereich sind erwünscht.

Rechtliche Bestimmungen

Wir widmen uns nun den rechtlichen Bestimmungen. Bei Autobahnraststätten können diese abweichen, da hier ein deutlich allgemeineres Angebot vorliegt als bei einem Imbisswagen.

Als allererstes solltest du dir das Gewerberecht anschauen. In diesem werden die gewerblichen Erlaubnis-Pflichten für den Verkaufswagen (Imbisswagen) geregelt. Hinzu kommen wichtige Pflichten im Bereich der Straßennutzung, des Hygienerechts und im Kfz-Bereich.

Unterlagen für die gewerbliche Nutzung

In einigen Bundesländern könnte bei der Gewerbeanmeldung des Foodtrucks eine sogenannte Reisegewerbekarte notwendig werden. Die Kosten liegen je nach Gemeinde zwischen 150 und 500 €.

Der Imbisswagen wird als Reisegewerbe klassifiziert, wenn

●     der Imbisswagen weniger als sechs Wochen an der gleichen Stelle steht

●     der Imbisswagen keine Waren des täglichen Bedarfs vertreibt

●     er keine feste Einrichtung ist: alle erforderlichen Gegenstände werden mitgebracht

Diese Dinge benötigst du für die Erteilung einer Reisegewerbekarte:

●     Aktuelles Lichtbild

●     Belege der Meldebehörde

●     Auskunft aus dem Gewerbezentralregister

●     Belege zum Nachweis der Vermögensverhältnisse

●     Unbedenklichkeitsbescheinigung (steuerlich)

Gewerbliche Nutzung des öffentlichen Verkehrsraums

§ 16 im Straßengesetz besagt, dass, wenn auf Straßen und Plätzen, die normalerweise den Verkehr vorbehalten sind, Waren verkauft werden, der Imbissinhaber eine Sondernutzungserlaubnis benötigt.

Diese Erlaubnis kennt man auch unter dem anderen Namen „Standschein“.

Die Reisegewerbekarte allein reicht also für einen rechtskonformen Betrieb nicht aus.

Den Standschein erhältst du von der zuständigen Straßenbaubehörde. Du musst nachweisen können, dass durch den Betrieb deines Imbisswagens keine Gefahren für den Verkehr oder die öffentliche Sicherheit bestehen.

Imbiss Autobahn eröffnen

Hygienerecht

Das Hygienerecht ist sowohl für Autobahnraststätten als auch für Imbiss Läden an Autobahnen Pflicht.

Wichtige Unterpunkte sind unter anderem:

  1. Lebensmittelhygiene-Verordnung (LMHV)
  2. Trinkwasser-Verordnung (TrinkwV 2001)
  3. Infektionsschutzgesetz (IfSG)

Standortanforderungen

Wenn du planst in einem Verkehrsbereich Lebensmittel zu verkaufen, hat der Standort einige Anforderungen zu erfüllen.

●     Staubarmes Gelände mit befestigtem Untergrund (betoniert, asphaltiert etc.)

●     Optimalerweise Anschluss an das öffentliche Trinkwasser- und Abwassernetz

●     Sanitäreinrichtungen in unmittelbarer Umgebung zur Erhaltung der Gesundheit

●     Abfallbehälter in unmittelbarer Nähe, die regelmäßig abgeholt werden

Gesetzliche Anforderungen an den Foodtruck

Aufgrund der Lebensmittelvorschriften für Imbisse ist es notwendig, sich bei den örtlichen Lebensmittelüberwachungsämtern (VLÜA) über die notwendigen Anforderungen zu informieren.

Hier einige wichtige Dinge, die du im Vorfeld kennen solltest:

●     Aufbewahrung der Lebensmittel sollte so erfolgen, dass das Risiko einer Kontamination so gut wie möglich vermieden wird.

●     Persönliche Hygiene ist unerlässlich: saubere Hände, Arbeitskleidung, Arbeitsplatz etc.

●     Dokumentationen der durchgeführten Reinigungen

●     Hygienische Lagerung sämtlicher Lebensmittel und Arbeitsgeräte

Wichtige Unterlagen

Da Hygienevorschriften mit Argusaugen begutachtet werden, solltest du folgende Unterlagen in deinem Imbiss griffbereit haben.

●     Bescheinigung des Gesundheitsamtes (§ 43 Abs. 4 IfSG)

●     Beglaubigte Dokumentation der Belehrung (Beglaubigte Kopie)

●     Konzept zur Gefahrenidentifizierung, (z. B. Reinigungsintervalle)

Für eine detaillierte Aufklärung ist es empfehlenswert, wenn du rechtzeitig den Kontakt mit der zuständigen Verbraucherschutzbehörde aufnimmst. Die Angestellten können dir vor Ort zusätzliche Informationen liefern.

KFZ-Zulassungsrecht

Aufgrund der Mobilität des Foodtrucks benötigt der Wagen eine Straßenzulassung. Um diese zu erhalten, musst du dich bei der zuständigen Kfz-Zulassungsbehörde melden.

Eventuelle Umbauten am Wagen sind ebenfalls von der Behörde (TÜV) zu genehmigen. Es gelten die regulären Vorschriften, wie für alle anderen Fahrzeuge, die an dem Straßenverkehr teilnehmen.

Straßenverkehrsrecht

Das Straßenverkehrsrecht besagt, dass alle beförderten Güter innerhalb des Wagens hinreichend gesichert werden müssen.

Konkret heißt das, dass alle deiner Lebensmittel im Foodtruck während des Fahrens nicht fahrlässig herumliegen dürfen. Alle rechtlichen Anforderungen sind im § 22 der Straßenverkehrsordnung geregelt.

Die Geschichte von Imbissbuden an der Autobahn nach der Wiedervereinigung

Imbissbuden haben in Deutschland eine lange Tradition. Bereits kurz nach dem 2. Weltkrieg und der gesellschaftlichen Adaption des “American-Way-of-Life” bildeten sich in den 50er-Jahren schnell Imbissbuden, die gut an das öffentliche Straßennetz angebunden waren.

Mit der Einführung moderner Autobahnraststätten verlor die Imbissbewegung an deutschen Autobahnen an Dynamik. Seit der Wiedervereinigung müssen viele Autobahn Imbisse in Ostdeutschland nun schließen. Zu groß und modern ist das Angebot der Raststätten geworden, gegen die kleine Imbisse kaum etwas entgegenzusetzen haben.

Viele Existenzgründer von früher müssen jetzt ihre Läden schließen. Das trifft logischerweise nicht gerade auf große Zustimmung. Unter anderem, weil es immer noch Abschnitte in den neuen Bundesländern gibt, wo keine Autobahnraststätte steht.

Viele Familiengründer aus den 80er und 90er-Jahren haben jetzt mit Existenzängsten zu kämpfen. Viele versuchen ihren Imbiss als ein „Reisegewerbe“ weiterhin am Laufen zu halten.

Die Coronapandemie setzt dem Ganzen noch die Krone auf: Aufgrund der Sicherheits- und Hygienevorschriften sehen sich Imbissbesitzer ohnehin neuen Kontrollen ausgesetzt, die den Arbeitsalltag erschweren.

Fazit: Ein Imbiss an einer Autobahn lohnt sich nur bedingt

Wie du bereits sicherlich selbst erkannt hast, ist ein Standort-fester Imbiss an einer Autobahn heutzutage kein lukratives Geschäft mehr.

Die einzelnen Autobahnraststätten üben leider einen zu großen Konkurrenzdruck aus. Einzig und allein an Verkehrsknotenpunkten der Autobahn haben Imbissbuden bestimmt noch eine Chance – vorausgesetzt es gibt keine großen Autobahnraststätten in der Nähe. 

Das heißt aber nicht, dass Imbisse allgemein weg vom Fenster sind: Es gibt heutzutage viele junge Neugründer, die ihr Unternehmen als Start-up mithilfe einer Fremdfinanzierung gegründet haben und daraus eine stabile wirtschaftliche Existenz folgte.

Du hast Interesse daran, einen Imbiss aufzumachen? Dann solltest du dein Glück lieber auf gut besuchten Kulturveranstaltungen, wie Festivals oder Weihnachtsmärkten versuchen

Login Cookie Consent Banner von Real Cookie Banner